GESAMTSCHULE ELSE LASKER-SCHÜLER                        SEKUNDARSTUFEN I und II        

Latein

Was ist Latein ?

Latein war die Sprache der Römer, die über Jahrhunderte hinweg den größten Teil Europas beherrscht und in ihrem Sinne zivilisiert haben. Das heißt, dass sie von Schottland bis zur Wüste Sahara, von Portugal bis in den Irak ihre Vorstellungen von Politik, Religion, Rechtsprechung, Kultur ( Essen, Trinken, Kleidung, Freizeit usw. ) sowie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse verbreitet und – mal friedlich, mal militärisch – durchgesetzt haben.

Alle romanischen Sprachen (Italienisch, Spanisch, Portugiesisch‚ Französisch, Rumänisch) sind aus dem Lateinischen hervorgegangen, darüber hinaus viele europäische Sprachen vom Latein zum Teil stark beeinflusst worden (Fremd-wörter, Lehnwörter, Grammatik). Über Jahrhunderte hinweg galt : Wenn man mit Schriftkundigen Kontakt halten wollte, musste man Latein schreiben bzw. sprechen – Latein war einmal Weltsprache wie heute Englisch !

Die Beschäftigung mit der Sprache der Römer gilt also dem Verständigungs-mittel unseres ehemals grenzenlosen Kontinents, wie wir ihn heute wieder zu verwirklichen suchen. Latein stellt demnach einen Zugang zu den Grundlagen Europas her und kann so helfen, die Gegenwart besser zu verstehen.

Wir lernen mit den lateinischen Texten aber auch eine Literatur von eigenartigem Reiz kennen, die sich mal formelhaft trocken („audiatur et altera pars“), mal geschwollen poetisch zeigt. Wie großartig hat etwa der Dichter Ovid in lautmalerischer Weise die in Frösche verwandelten lykischen Bauern beschrieben :

quamquam sunt sub aqua, sub aqua maledicere temptant“.

Das Lateinische ist abwechselnd „erschreckend“ logisch und „erfrischend“ widersprüchlich. So bietet es immer wieder Anlass zum Vergleich mit unserem heutigen Denken und Sprechen.

Wer sollte Latein wählen ?

Das Erlernen der lateinischen Sprache ist grundsätzlich für jeden Interessierten ein Gewinn, besonders aber den SchülerInnen zu empfehlen, die später die Oberstufe besuchen möchten, mit dieser Wahl die für das Abitur notwendige 2. Fremdsprache erlernen und damit zugleich eine wichtige Voraussetzung für bestimmte Studienfächer erlangen wollen. Anders als bei den modernen Fremdsprachen wird es bei Latein keine Probleme mit der Aussprache geben (die Unterrichtssprache ist Deutsch!); die grammatischen Formen und der Umfang des Wortschatzes erfordern jedoch eine sehr regelmäßige Vor- und Nachbereitung in den Arbeitsstunden und zu Hause ( Vokabeln, Übungen ).

Als Entscheidungshilfe mag folgender Selbsttest gelten :

Latein wählen ? Ja, denn …

… ich habe Interesse an Sprache und Geschichte

… ich bin bereit, regelmäßig ( täglich ) Vokabeln zu lernen

… ich kann mich auch längere Zeit auf eine schwierige Aufgabe konzentrieren und bin nicht sofort frustriert, wenn`s nicht klappt

… ich möchte einmal die Oberstufe an der Else besuchen und vielleicht Abitur machen (→ Studium )

… ich habe mit Deutsch, Englisch bzw. Französisch keine Probleme

Wie verläuft Latein in WP II ?

In den Jahrgängen 8 und 10 ist das Lehrbuch via mea ( „Mein Weg“ ) Grundlage des Unterrichts. Währenddessen werden auch viele Aspekte des Lebens der Römer und auch ihrer Nachbarvölker und kulturellen Vorbilder behandelt ( Kunst und Kultur, Religion, Politik, Alltag, Schule und Beruf, Freizeit etc. ).

In allen Jahrgängen werden pro Halbjahr 2 Klassenarbeiten/Klausuren geschrieben.

Nach einer Phase grammatischer Vorbereitung (Partizipialkonstruktionen, Konjunktiv ) und behutsamer Einführung mit Hilfe geeigneter Übergangsliteratur im Jahrgang EF schließt sich im Jahrgang Q 1 die Lektüre von Originaltexten der römischen Autoren an: Caesar ( Geschichtsschreibung ), Cicero ( Briefe, Reden, Philosophie ) und Ovid ( Gedichte ) stehen hierbei im Zentrum, doch auch unbekanntere Schriftsteller kommen zu Wort und verschaffen uns Einblick in eine mal sehr vertraut wirkende, mal aber auch sehr fremde Welt. Bild- und Tonmaterialien, Filmdokumentationen, Ausflüge ( Köln, Xanten, Haltern ) sowie eigenes Ausprobieren ( Schreiben, Kochen ) lassen das Leben der Römer hier bei uns ganz in der Nähe wie auch im gesamten Imperium wieder lebendig werden.

Was ist der Lohn der Mühe?

Der Latein – Unterricht wird sicher ganz allgemein eine Steigerung der Fähigkeit, die Gestalt und den Inhalt von Texten analysieren und verstehen zu können, bewirken. Darüber hinaus verschafft er eine tiefere Einsicht in sprach – und kulturwissenschaftliche Zusammenhänge. Zudem begegnen uns in dem Gewand einer „toten“ Sprache oft hochaktuelle Themen und Probleme (der Inhalt der Texte ist also ganz und gar nicht ‚,verstaubt“!)

Neben diesem inhaltlichen Gewinn können die SchülerInnen folgendes erreichen:

– Wer Abitur machen möchte, erfüllt mit dem Erlernen der lateinischen Sprachebis zum Ende der Jahrgangsstufe EF eine Bedingung für das Abitur ( 2. Fremd-sprache ).

– Bei ausreichenden Leistungen am Ende der Jahrgangsstufe EF erhältst du im Zusammenhang mir dem Abitur das sogenannte „Kleine Latinum“, das von einigen Universitäten für einige Studienfächer verlangt wird.

– Bei ausreichenden Leistungen am Ende der Jahrgangsstufe Q 1 erhältst du im Zusammenhang mit dem Abitur das „Latinum“, eine für viele Studienfächer( z. B. Jura, viele Geisteswissenschaften, viele Lehramtsfächer ) notwendige Zusatzqualifikation.

Eine genauere und verbindliche Aussage zu der Frage, für welches Fach ein Student / eine Studentin das „Kleine Latinum“ oder das „Latinum“ benötigt, kann angesichts der freien Entscheidungsmöglichkeiten einzelner Universitäten, einzelner Fakultäten und gar einzelner Fächer von unserer Seite nicht getroffen werden.

Informationen zu Latein in der Oberstufe