Fridays For Future – Erfahrungsbericht einer Schülerin

Am 15. Februar um 10 Uhr in Wuppertal trafen sich 600 Schüler am Schauspielhaus. Der junge Mann, der die Demo organisierte, lief schon um 9:15h von Polizeiwagen zu Polizeiwagen. Ich suchte mir eine Gruppe zu der ich mich stellen konnte. Dann sah ich ein altbekanntes Gesicht, ein Mädchen aus meiner alten Schule. Ich stellte mich zu ihr und fand im Gespräch heraus, dass sie und eine weitere kleine Gruppe Mädchen die Demo auch mitgeplant hatten.

Um 9:30h waren schon knapp 100 Schüler da und nur 15 Minuten später waren wir schon weitaus mehr als 600 Schüler. Ich bekam mit, wie der Planer der Demo Panik bekam, weil er bei der Polizei nur eine kleine Demo mit knapp 600 Leuten beantragt hatte.

Um 9:45h bauten die Leute eine rollbare Box mit Mikrofon auf und sagten, wie der Streik und der gesamte Ablauf sein wird.

Dann um 10:00h übten wir gemeinsam die Sprüche wie: „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle.“ oder: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Das waren auch die Sprüche, die beim Laufen immer wieder gerufen wurden. Dann las ein Mädchen noch eine Rede vor und dann sperrte die Polizei die Straße ab (was nur ein paar Minuten vorher beschlossen wurde). Wir zogen mit lauter Musik, Trillerpfeifen und lautem Rufen von Elberfeld bis nach Barmen. Als wir in der Siegesstraße am Gymnasium anhielten, kamen dort noch weitere Schüler heraus. Ein Schüler las wieder eine Rede vor. Ich sprach noch einmal mit einem Mädchen, das die Demo anführte und sie sagte, dass wir jetzt schon 1200 Leute sind.

Was ich auch mitbekam, war, dass Radio Wuppertal hinter mir Leute interviewte und vor mir stand ein Kameramann vom WDR. Eine weiter Gruppe mit Kameraequipment vom Medienprojekt Wuppertal interviewte auch mehrere Schüler. Mitglieder des Wuppertaler Jugendrates sah man auch hin und wieder durch die Menge flitzen.

Als wir um 13h am Johannes-Rau-Platz ankamen, stellten wir uns genau vor das Rathaus, die Leiter bedankten sich und dann kam der Oberbürgermeister, Herr Mucke, heraus und der Leiter der Demo fragte ihn Fragen wie: „Haben sie nichts besseres zu tun oder warum haben sie genau jetzt Zeit für uns?“ oder: „Haben sie nichts dagegen, dass wir gerade alle nicht in der Schule sind, sondern demonstrieren?“ Seine Antworten klangen eigentlich immer gleich. Man bemerkte auch, dass er sich bei allen Frage herausreden wollte. Nachdem die Fragen einigermaßen beantwortet wurden, konnte man dem Oberbürgermeister noch privat Fragen stellen und dann machten die meisten sich auf den Nachhauseweg.

(von Naomi)

Bild: Simone Bahrmann/Wuppertaler Rundschau

 

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